Seit 3 Tagen lebe ich jetzt in Frankreich, es waren bisher 3 intensive Tage und noch 3 intensivere Tage werden folgen...
Am Montag bin ich also endlich angekommen; mit Wanderrucksack, Geigenkoffer und Gepäckkoffer habe ich mich in die RER gesetzt und die neue Arbeitsstelle in Bois-Colombes kennengelernt. Mit den landesüblichen Bises wurde ich von den vielen Damen der Empfangsarbeit herzlich empfangen - die meisten heißen Francoise, das ist leicht zu merken - und habe mittlerweile einen Einblick in die Tätigkeitsfelder von der Kleidersortierung, über die (Obdachlosen-) Empfangsarbeit bis zur Gartenarbeit gewonnen. Abends wurde ich dann zu meiner neuen Gastfamilie in Colombes gefahren, die mich sehr liebevoll aufgenommen hat. Ich habe ein eigenes Zimmer, mit Internet (mittlerweile), Dusche und kann sogar das Fahrrad mitbenutzen. Dienstag habe ich direkt einen kleinen Auslug zum unweit entfernten La Défense gemacht, der einen Blick auf den Arc de Triomphe ermöglicht (siehe Foto).
Mit dem Gastvater Olivier und seiner Tochter Caroline, eine Künstlerin, sitzen wir morgens und abends zusammen am Küchentisch und erweitern meinen kulturellen und sprachlichen Horizont. Die beiden sind aber sehr nett und aufgeschlossen und es fällt nicht schwer, sich an das hiesige Essen zu gewöhnen; zunächst einmal sind da die Dinner, die ohne ihre 3 Gänge undenkbar wären, oft gibt es sogar zweimal am Tag diese Menüs, dann das Graubrot welches Olivier mit seiner Brotmaschine backt (wir hatten bisher noch kein Baguette) und zuletzt und als wichtigstes; fast alle Lebensmittel sind von LIDL! Ein Milbona Logo hier, ein Dulano Logo da und 500km sind schnell überwunden. Heute war der großer Einkaufstag und ich konnte direkt einen Heimatsbesuch mit dem Fahrrad machen. Das LIDL ist zwar viel kleiner; aber viele Kartons tragen deutsche Bezeichnungen und geben mir nach den vielen Stunden französischer Dialoge ein Gefühl, nicht allein zu sein.
Die nächsten drei Tage werden mindestens ebenso intensiv, denn dann erreicht die Braderie Arbeit ihren Gipfel. Alle Kleidungsstücke, Bücher und sonstige Spenden an die Gemeinde werden am Donnerstag zum Verkauf aufgebaut und am Wochenende für wenige Euros verkauft. Ein Wahnsinnsaufwand, die Kleiderkammern sind überfüllt mit Koffern und Schränken voller Kleidungen, aber die Nachfrage ist enorm hoch. Danach dürfte es erstmal wieder ruhiger werden aber zu erzählen gibt's immer genug. In diesem Sinne; macht's gut. Euer Gabriel!
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